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CONFESS - Haunters16.03.2017

CONFESS - Haunters

CONFESS - Haunters

verfasst von Karla the Fox

Es ist soweit. Nach dem großartigen Debutalbum von 2014 hat es die Stockholmer Gruppe rund um John Elliot Confess geschafft, einen zweiten großen Wurf zu machen. Dieser steht dem Erstling "Jail" in nichts nach. Ich gebe zu, beim ersten Album war ich stärker beeindruckt. Für eine neu gegründete, junge Band ist es nämlich nicht die Regel, eine so durchdachte, perfekt produzierte und abwechslungsreiche Platte abzuliefern. Confess hatten mich von Anfang an gepackt. Jetzt erwartet man dieses Niveau von ihnen bereits und ist nicht ganz so von den Socken, wenn man sich "Haunters" reinzieht. Das Artwork zeigt das Milieu der Band in Gestalt von Ratten. Dass sie die Band selbst darstellen sollen, bezweifle ich. Denn die sind nach zwei Besetzungswechseln nur noch zu viert und keiner von ihnen hat einen Irokesenschnitt oder eine Glatze...

Confess sind eine sehr talentiere Band, die innerhalb relativ kurzer Zeit in der Sleaze Szene bekannt wurden und von vorne herein professionelle Videos drehen und in ganz Europa spielen. Was ist der Hauptgrund, warum ich so überzeugt bin von dem Sound der Band? Nun, mir kommt es vor, als würden Songs dieser Band in wirklich jede Stimmung reinpassen. Es ist egal ob du stocksauer und auf 180 bist, traurig, in bester Partylaune, heiß verliebt oder sonst was - die Power dieser Musik bringt deine Stimmung immer nochmal auf den nächsten Punkt. Es gibt viele wuchtige Uptempo und bissige Partynummern, ein spookigeres Lied ("I Won't Die") und zwei Balladen, die zwar die Liebe besingen, aber beide Male leider mit einem traurigen Inhalt. So frisch verliebt und glücklich gibt es bei Confess inhaltlich nicht, aber ich finde, dass man so eine Liebe trotzdem mit ihren Songs im Hintergrund genießen kann.

Die Stimmen sind oft in mehrere Spuren gelegt und geben so vor allen den Refrains eine starke Ausdrucksform zum Mitsingen und -schreien. Manchmal wird mit Geisterbahn-Stimmen-Effekten gespielt, hin und wieder kommen auch ein Klavier oder Synths zum Einsatz. "Talia" ist ein sehr beliebter Song, bei dem auch ich aufhorche (er ist etwas ruhiger und sphärischer), wohingegen mich "Animal Attraction" und "Lady of Night" nicht ganz so begeistern, sie passen aber in den Gesamtsound hinein. Viele Stellen, mitunter in "Haunting You" und "How Could I Let You Go" kommen näher an den 'alten' Sound des Genres heran als dass man sie im 21. Jahrhundert verorten würde - nur Johns Stimme selbst schlägt immer wieder ins Moderne um. Letzteres, eine der Balladen, geht am meisten ins Herz. Wunderschöner Song. Manche Metalriffs und Gefühle werden eben nie alt.

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