Review

CONCORDEA - Over Wide Spaces17.06.2017

CONCORDEA - Over Wide Spaces

CONCORDEA - Over Wide Spaces

verfasst von Kalle

Habt ihr schon einmal von dem Ort Jekaterinburg gehört? Mir war die Stadt in Russland bislang ebenso unbekannt und dennoch kommt von dort jetzt etwas Feines auf die Ohren. Concordea heißt die Band und ist 2012 entsanden. Ihr erstes Album ist vor wenigen Wochen erschienen und liegt jetzt im Player. Normalerweise verbinde ich Russland mit Klängen wie von Arkona. Schön düster und rau. Die vierköpfige Band zeigt eine andere Seite der Musik aus Russland. Sie hat wenig mit Folk oder härte zu tun. Hier geht es eher melodischer zu, denn Concordea sind eine schöne Power Melodic Metal Band.

Das Erstlingswerk kommt mit zehn Songs komplett auf Englisch daher. Würde man nicht vorher lesen, das die Band aus Russland kommt, am Akzent würde man es nicht erkennen. Die Strophen sind im ordentlichen Englisch, was vielleicht daran liegt, das ihre Stadt eine Universitätsstadt ist und man dort viel Wert auf gute Aussprache, auch bei Fremdsprachen, legt. Man legt zudem viel Wert auf gute Klänge, die anständig miteinander harmonieren. Bei Gitarre, Bass, Keyboard, Drums und Gesang ist da nicht zuviel falsch zu machen, wenn man die richtige Rezeptur gefunden hat. Im Sound findet sich jede Menge Keyboard und eine sehr hohe Stimme, die sich versucht der Geschwindigkeit anzupassen. Gelingt leider nicht immer. Gutes Beispiel dafür ist der Song "Confession Of My Pride". Er varriert zusehr mit dem Tempo und wirkt daher sehr abgehakt. Der Opener "Wings´Motion", der nach dem Intro "Breathe New Life", folgt, zeigt dagegen, wie die Platte optimal klingen könnte. Dort stimmen die Übergänge im Tempo und der Gesang harmoniert mehr mit den Melodien.

Die Geschwindigkeit wird versucht hoch zu halten, doch man baut auf zahlreiche Tempowechsel. Nimmt ein wenig den Hörfluss, bringt dafür aber das Progressive mit ins Spiel, welchem dem sich die Band mit verschrieben hat. Man verzichtet beim Gesang bewusst auf große Effekte, denn die Stimme von Sänger Filippo Tezza lässt schon erahnen, das hier kein Russe am Werk ist. Der Mann ist Italiener und hat ein paar Youtubeclips, wo er Songs ganz ordentlich covert. Wie allerdings die Kooperation mit den Russen entstand, muss ich noch in Erfahrung bringen. Seine Stimme ist dennoch sehr interessant und effektiv. Wie erwähnt, Effekte brauch man bei den Tracks nicht, denn er kann seine Tonart und Höhe gut verändern, wirkt hier und da aber noch etwas drucklos. Was ich auf dem Album sehr schön finde ist, das man hier eine sehr schöne Ballade eingebaut hat, wo auch Akustikgitarren zum Einsatz kommen. "Portrait" nennt sie sich und ist absolut hörenswert. Dezente Flötentöne mischen sich unter die Gitarre und das Klavier, welches vom Keyboard imitiert wird.

Einer meiner Favouriten auf dem Album ist der Song "Listen To The Snow". Das ist eine richtig schöne Komposition, die man hier geschaffen hat. In den meisten Tracks könnte aus meiner Sicht das Gitarrensolo länger sein und weniger durch das Keyboard ersetzt werden. Das ist auf Dauer im Album schon sehr dominant, passt aber widerum zum Stil der Band. Die Platte wird Liebhaber finden, weil schlecht ist si in keinem Fall. Für einen Dauerbrenner wird es aber nicht reichen. Eine erste Duftmarke ist aber gesetzt und ich vermute, man wird noch eine Menge von den Russen hören.


Tracklist:

01. Breathe New Life
02. Wings´Motion
03. Confession Of My Pride
04. When They Want You... to Die
05. Between Two Worlds
06. Mermaid´s Song
07. Portrait
08. Listen To The Snow
09. Rejected and Avowed
10. The Unknown

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