Review

CIVIL WAR - Gods And Generals 23.04.2015

CIVIL WAR - Gods And Generals

CIVIL WAR - Gods And Generals

verfasst von Kalle

Über drei Jahre ist es nun her, als Daniel Mullback, Rikard Sundén und Daniel Myhr Sabaton verlassen haben. Der Ausstieg dort hat viele Fans getroffen, doch man versicherte, der große "Bruch" sei friedlich verlaufen und man ist im Guten auseinander gegangen. Spätestens seit der Ankündigung, das Civil War auf dem "Noch ein Bier Festival" 2015 auftreten werden, ist das auch dem letzten Fan klar geworden. Man war aber umso mehr gespannt, was würden die Mitglieder nach dem Ausstieg auf die Beine stellen. Das Ergebnis ist Civil War und bereits 2013 erschien mit "The Killer Angels" das Debut. Nun folgt mit "Gods And Generals" der zweite Streich.

Insgesamt erwarten euch von den insgesamt fünf Musikern satte zehn Songs. Eigentlich war die Band mal mit sieben Mitgliedern angesetzt, doch im März 2015 verließen zwei die Band. Unter anderem war Ex-Sabaton Gitarrist Oskar Montelius mit dabei. Für Civil War natürlich ein Nackenschlag, aber man macht jetzt mit fünf Mann weiter. Und wie!!! Klar war, dass man dieses Thema "Krieg" irgendwie fortsetzen wird, denn man kann darüber sehr viele Geschichten erzählen, denn Kriege hat es ja nun schon seit einiger Zeit gegeben und wird es immer wieder geben. So wird der Stoff für neue Geschichten nicht ausgehen. Doch anders als Sabaton, spielen Civil War nicht nur mit dem zweiten Weltkrieg umher, sondern beschäftigen sich mit verschiedenen Facetten dieses komplexen Themas. Und um so etwas singen zu können, braucht man eine starke Stimme. Mit Nils Patrik Joahnsson haben Civil War einen solchen Sänger gefunden. Er kann verschiedene Arten singen, fühlt sich aber in dem schnellen Metal sichtlich wohl. Die hohen Stimmen bereiten im absolut keine Probleme und auch Screams meistert er mit absoluter Bravur, ohne das seine Stimme nervig werden würde. Ein wenig erinnert mich sein Klang an die Stimme an Helloween. So eine Mischung aus Andi Derris mit Udo Dirkschneider und ein wenig Kai Hansen mit dabei.

Musikalisch wissen die Jungs wie man auf die Tube drückt und an den richtigen Stellen zum Verschnaufen ansetzt. Und die Songs haben einen satten klang. Egal ob Double Bass oder Keyboardsolos... hier kommt niemand zu kurz. Beim Kreuzzug durch die Kriegsgeschichte geht es von Braveheart über Bürgerkriege, Indianerkriege bis hin zum zweiten Weltkrieg. Jedes Stück erzählt seine eigene Geschichte. Somit lohnt es sich auf die Texte zu achten und der Versuchung zu entkommen, ständig nur an der Luftgitarre zu hängen und zu headbangen. Die Gefahr besteht bei den raschen Songs immer wieder. Eintönig wird es auch nicht, da jedes Stück kleine Highlights hat. Ob sie nun in Form von Gitarrensolos oder Keyboardtönen sind, das lasse ich euch selbst heraus finden. Ich empfehle euch den Song "Tears From The North", weil er für mich die starke Stimme sehr betont. Ruhige Parts sorgen hier schon für ordentlich Gänsehaut. Und wer mich jetzt fragt, wie man die Platte musikalisch vergleichen könnte, dem würde ich antworten: Pack Savatage, Judas Priest, Helloween, Accept und Sabaton in einen Mixer und was da heraus kommt, das sind Civil War. Ihr bekommt hier so viele Einflüsse auf die Ohren, dass ihr danach die Finger lecken werdet.

Fazit:
Die Platte ist für jeden Fan der melodischen Metalklänge mit hohem Gesang. Sie ist sehr abwechslungsreich geworden und bietet hier und da sehr interessante Hörerlebnisse. Durch die verschiedenen Einflüsse muss man die Platte wirklich mehrmals hören, damit man dahinter kommt, was dort eingebaut wurde. Man hat sich nicht auf ein Zeitalter beschränkt, sondern arbeitet verschiedene Epochen ab und das macht das Ganze richtig interessant. Man gibt jeder Zeit seine Melodie. Und ihr solltet euch Zeit für das Album nehmen, denn es wird euch eine Zeit lang fesseln. Ein schönes Werk, was ich mit gutem Gewissen empfehlen kann.

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1058