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CAVE OF SWIMMERS - Reflection14.05.2015

CAVE OF SWIMMERS - Reflection

CAVE OF SWIMMERS - Reflection

verfasst von Jana W.

Das hier ist nicht das erste Album dieses ursprünglich venezuelischen Progressive Metal Duos, und man könnte glatt meinen, CAVE OF SWIMMERS seien zu Unrecht immer noch ein Geheimnis der amerikanischen Szene. Im vergangenen Jahr erschien das Debütalbum. Fast genau ein Jahr später veröffentlichen die beiden nun ihr zweites Werk, das den Namen Reflection trägt. Und, soviel sei verraten, die Bezeichnung Progressive verspricht hier auf gar keinen Fall zu viel. CAVE OF SWIMMERS bieten virtuose Kompositionen an allen Instrumenten, stilistische Vielseitigkeit und sogar lateinamerikanische Elemente, die dem Album etwas sehr spezielles verleihen.

Der erste Song, The Prince Of The Power Of The Air, stellt diese kompositorische Raffinesse bereits unter Beweis. CAVE OF SWIMMERS steigen ein mit einem langsamen, relaxten Sound aus Schlagzeug, Gitarrenmelodie und synthetischen Effekten. Es folgt ein fetter Riff, der dann in soloähnliche Gitarrenparts und einen lateinamerikanisch gefärbten Trommelrhythmus übergeht. Ein Solo ist hier im Grunde nicht auszumachen, stattdessen gibt es in diesem zehnminütigen Song fünf Minuten eines reinen Instrumentalparts mit Melodieelementen und virtuosen soloartigen Passagen von Gitarre und Schlagzeug. Ein starker Kontrast zu dieser starken musikalischen Performance ist der Gesang, auf den nur wenig dieser Genialität abgefärbt hat. Die Qualität des Stimmlichen ist zwar durchweg überzeugend, der Klang allerdings eher speziell. Während die Instrumente geradezu spektakulär in Szene gesetzt wurden, wurde zudem bei der Komposition der Gesangsmelodie auf Einfachheit, die in den übrigen, anspruchsvolleren Melodiekonstrukten untergeht.

 Genauso einzigartig wie sein Vorgänger, aber in komplett anderem Stil kommt dann The Skull daher. Ebenfalls melodielastig und mit auf- den- Punkt- gebrachtem Schlagzeugrhythmus, aber schwererem Gitarrensound, wie er teils im Stoner Rock und Doom Metal vorhanden ist. Auch hier finden abrupte Brüche statt, die sprunghaft zwischen komplett verschiedenen Sounds und Geschwindigkeiten wechseln. Es folgt Still Running, weitaus leichter und flotter, stellenweise mit einer weitaus angenehmeren Gesangsfarbe und Oldschool Metal Elementen im Gitarrenklang, der wie gewohnt kombiniert wird mit abrupten Wechseln zwischen Melodie- und Stilfragmenten. Vor Allem der Refrain, der hier sogar als solcher zu erkennen ist, ist in Gesang, Rhythmus und Riff in Vergleich ungewohnt eingängig.
Fazit: Gitarrenfetischisten und Fans von Musik, deren Instrumente den absoluten Mittelpunkt darstellen, können sich nach dieser Platte die Finger lecken. Die Stücke auf Reflection sind anspruchsvoll und vielseitig komponiert, und während hier mit der Gitarre wahre Kunststücke vollbracht werden, kommen auch Bass und Drums in ihrer Aussagekraft nicht zu kurz. Abwechslung gibt es hier auch reichlich, die Stücke könnten beinahe von mehreren unterschiedlichen Künstlern stammen; nur die plötzlichen Brüche in Rhythmus und Stil bleiben durch das ganze Album hinweg gleich, und auch was die Komposition von Riffs, Melodien und Schlagzeugrhythmen angeht waren hier wahre Genies am Werk. Ebenso markant ist der sehr spezielle Klang der Gesangsstimme, der bei so viel Gewalt von Seiten der Instrumente gelegentlich doch eher störend wirkt.

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