Review

CANEDY - Headbanger16.03.2015

CANEDY - Headbanger

Canedy - Headbanger

Von Karla the Fox

Soloalben von Singer/Songwritern oder Gitarristen gibt es wie Sand am Meer. Die Solokünstler-Population der Schlagzeuger ist da schon geringer. Einer von ihnen ist Carl Canedy.

Der New Yorker Musiker ist genau genommen Gründungsmitglied von Manowar. Allerdings war er nur so kurz in der Band, dass er es nicht einmal auf das erste offiziell veröffentlichte Album geschafft hat. Woran das lag, bleibt offen.

An mangelndem Talent kann es, gerade wenn man bedenkt, dass Manowar damals unbekannte Newcomer waren, kaum liegen. Canedy weiß seine Sticks, Toms und Snares so benutzten. Er spielt mit Groove und Gefühl. Während des Openers "The Calm - Into The Storm" ist er nicht einmal hervorgehoben, da könnte man noch meinen, es sei ein Soloalbum des Gitarristen oder gar eines Keyboarders. Erst mit dem Eintrommeln von "Cult Of The Poisoned Mind" wird den Leuten nach und nach dämmern, wär der Star von Headbanger sein soll.

Von da an gibt es hin und wieder Drumsolis, die sich über das gewöhnliche Ende der Songs hinwegziehen, wie kleine Intermezzi der konventionellen Songwriterkunst. Geschrieben wurden die Stücke übrigens auch alle von Canedy. Um sie einspielen zu können, nahm er sich eine Reihe von insgesamt 14 Gastmusikern ins Haus, einer davon seine Tochter Erin Canedy als weiblicher Vocalpart auf "Cult Of The Poisoned Mind" und "Heat Of The Night". Manche Musiker spielen oder singen nur einmal, beispielsweise Andy Hilfiger als Basser bei "My Life, My Way", auf demselben Lied singt aber Mark Tornillo, der des Weiteren "Heat Of The Night" sowie "Ride Free Or Die" seine AC/DC-Stimme leiht.  

Carl Canedy macht seinen Job hervorragend. Das Songwriting, inklusive Lyrics, überzeugt mich fast noch mehr als sein Schlagzeugspiel. Die Messages sind klar und die Ausstrahlung ist echt. Canedy scheint ein toller Kerl zu sein, auch menschlich, sonst hätten ihn nicht so viele Arbeitskollegen über den grünen Klee gelobt. Sein Spiel hat trotz aller Präzision etwas Weiches, Schmerzfreies, da gibt es lautere Drummer. Bei Carl Canedy braucht man sich keine Sorgen machen, dass er seine Felle zerstört. Der The Rods - Spieler schlägt vielleicht nur in der Hinsicht über die Stränge, dass er sich zwei Seiten Booklet mit sich inhaltlich wiederholenden Lobeshymnen füllen lässt.

Manche davon sind aber gar nicht schlecht, deswegen hier nun ein exklusives Best Of:

"He hits like Miky Tyson, he kicks like Bruce Lee, he will make your ears bleed. But he?s one helluva good guy" - Neil Turbin / Death Riders - Anthrax

?Working with Carl was like going to Boot Camp. I was green, everyone in Apollo Ra was. Carl cracked the whip on all of us. By the time we finished the Ra Pariah album, we realized that we were just beginning to learn what it meant to be a professional musician, and it shaped us going forward like nothing else ever had before, and never did after. I would not be the the guitar player I am today without Carl Canedy's coaching." Bill McKeown / Apollo Ra - Museum of Fear

"It was 1980 when I walked into a local club here in Elmira to see this band called 'The Rods'. The show exceeded all of the rumors and hype, and at the center of it was Carl Canedy... The most aggressive, intense, effortless, double-bass friggin madman, take-no-prisoners Rock/Metal drummer I had ever seen." - Jeff Plate / Trans Siberian Orchestra - Metal Church - Savatage

"C... Great drumming on there... Some true Carl... with new age elements... One had much Dio vibes... Kool... Sounds like a fun project... Production is clear, good work bro!" Robb Reiner / Anvil

"Carl Canedy is a total mensch. Plus, he rocks. I owned the Rods ?Wild Dogs? for ages before I even knew he was in the band. He?s humble, too. Carl knows good music, and he makes it, two too-rare qualities." Katherine Turman / Producer - Nights with Alice Cooper

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1032