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BOREALIS - Purgatory19.05.2015

BOREALIS - Purgatory

BOREALIS - Purgatory

verfasst von Kalle

Es gibt ja Genrebezeichnungen, unter denen kann man sich im ersten Moment nicht viel vorstellen, doch dann hört man rein und erkennt so langsam, warum man diese Parts miteinander gemischt hat. Beispiel ist das Genre Dark Melodic Metal, zu dem sich die Band Borealis hingezogen fühlt. Die werden am 19.06.2015 ihr drittes Album "Purgatory" veröffentlichen und ich muss sagen... kann man sich anhören. Die Band stammt aus Kanada und anders als manch Band aus Kanada sind hier wirklich ernste Themen in den Songs zu finden. Auf zwölf Songs mit Namen wie "Past The Veil", "Destiny", "Place Of Darkness" und "Rest My Child" bekommt man nicht nur düstere Stimmung geboten. Die ist sogar sehr nebensächlich, denn die Musik der fünf Musiker kann mehr als man denkt. Die Stimme von Matt Marinelli klingt beim ersten Hören wie eine austauschbare Mainstreamstimme und hat erst einmal nix besonderes aufzuweisen, doch packt man jetzt das Gesamtpaket drauf, also die Musik noch dazu, dann bekommt ihr einen sehr fetten Klang und dann haut das wirklich hin. Das es die Band noch nicht weiter als über manch Grenze in der Nähe von Kanada geschafft hat, wundert mich ein wenig, denn das Potential ist enorm.

Borealis verbinden wirklich zahlreiche Elemente aus dem Melodic Metal mit düsteren und harten Einflüssen aus z.b. dem Dark Metal und mehr. Man kann diese Vereinigung kaum beschreiben, da hier sehr viel Input kommt. Egal ob die oft düsteren Keyboards von Sean Werlick oder die brechenden Drums von Sean Dowell, hier kommt man voll auf seine Kosten, wenn man es etwas düster und doch druckvoll mag. Dazu beitragen tun natürlich auch die Gitarrenmelodien und Riffs von Sänger Matt und Mike Briguglio. Was hier allerdings etwas untergeht ist der Bass von Jamie Smith. Die Produktion ist schon sehr episch wirkend und ich finde die Einbindung einer weiblichen Stimme an manchen Stellen echt gelungen. Ich könnte mir da durchaus mehr Duette vorstellen, die die Band in Zukunft vielleicht in Angriff nehmen könnte. Das passt sehr in den Klang. Man versteht es auch, die Tempowechsel gekonnt zu setzen. Kurz vor dem Gitarrensolo in "Destiny" ist das sehr gut zu hören. Da wird das Tempo rausgenommen und der Fokus auf die Gitarre gepackt.

"Purgatory" ist ein sehr umfangreiches Werk geworden, dennoch ein Album, was auf Dauer vielleicht langweilig werden könnte, weil man dann doch hier und da immer wieder gleiche Parts mitbekommt und die Stimme dann auf Dauer einen echt auf den Sack gehen kann. Denn was die Musikfraktion perfekt macht, reist die Stimme doch hier und da wieder runter. Sie passt, könnte aber gerne mal auch andere Tonlagen und Klangfarben annehmen. Diese gewissen Eintönigkeit schmälert ein wenig den Hörgenuss, des sonst sehr gelungenen Albums. Jedenfalls ist das so mein Empfinden. Vielleicht wirklich noch eine weibliche Stimme dazu nehmen, um für einen passenden Kontrast zu sorgen und dann kann man wirklich durchstarten. Musikalisch aber bitte so bombastich geil bleiben, weil das ist echt gut gemacht und sehr abwechslungsreich.

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