Review

BLOODBOUND - Stormborn18.11.2014

BLOODBOUND - Stormborn

Bloodbound - Stormborn

verfasst von Karla The Fox


Es gibt Bands, die wollen mit allen Mitteln aus dem Überangebot an Musik herausstechen, und es gibt Bands, die wollen das nicht. Bloodbound gehören zu letzteren. Ob sie sich dessen bewusst sind?

Bloodbound, sechs hartgesottene Jungs aus Schweden, haben ihre nächste Attacke auf die Metalwelt in den Startlöchern. Stormborn heißt das elf Songs starke Album, das von Null auf Hundert loslegt, dann aber den immer gleichen Highway langfährt, ohne sich mal auf Trampelpfade zu wagen. Soll auf Deutsch heißen: Stormborn ist von der ersten Sekunde an energetischer Power Metal, der dieses Level zwar halten kann, aber nichts Innovatives wagt.

Bloodbound klingt nicht übel. Geil zum Tanzen, gut um Massen zum Haareschütteln zu bewegen, super auch für eine schön schnelle Autofahrt. Der Sound ist dicht und gut produziert. Frontmann Patrik Johansson hat es drauf, seine fünfköpfige Band lässt es ordentlich krachen.

Wenn wir aber ehrlich sind, gibt es nicht viele Überraschungen. Nichts, was man ein Markenkennzeichen nennen könnte. Die Songs von Bloodbound sind solche, die man auf der Tanzfläche hört, womöglich geil findet, aber nicht zuordnen kann, von wem die nun stammen. Das gilt nicht nur für den Instrumentalpart sondern auch für die Lyrics. Hölle, Feuer, Eisen, Dämonen, Stürme, Blut und Kämpfe. Kein Klischee wird ausgelassen. Immer wieder zwischendrin: die Menschen verbindende Wirkung der lauten Musik. Damit haben sie absolut Recht.

Die großen Vorbilder sind selbstverständlich Sabaton, Powerwolf, Hammerfall? so was in die Richtung halt. Europäischer Hartmetall mit schönen Melodieverläufen. Mit diesen Bands wird gerne gemeinsam auf Veranstaltungen gespielt.

Versteht mich nicht falsch, Bloodbound haben mit Stormborn nichts falsch gemacht. Sie haben das gemacht, was das Volk will: gute, handgearbeitete, echte, klassische Power Metal-Musik. Das ist das Zeug zu dem wir alle die Nacht durchmachen wollen. Was ihnen allerdings fehlt, ist eine eigene künstlichere Richtung. Irgendwas, das nicht nur Grabsteine und Flammen ist, wie man es unzählige Male findet. Ich finde, sie dürfen sich ruhig mal was trauen.

Wenn Bloodbound nun aber sagen, das sei nie ihr Ziel gewesen, einen Innovativ-Preis zu gewissen, dann fasse ich mein Review kurz: Freut euch auf elf kompromisslose Powersongs mit vollen Chorharmonien, nicht ganz einfachen Gesangstonlagen von einem begnadeten Sänger, eingängigen Hooks und jeder Menge Feuer im Arsch!

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1032