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BLINDSOUL - Cold Start10.10.2015

BLINDSOUL - Cold Start

BLINDSOUL - Cold Start

verfasst von Robert K.

Kaltstart, oh Baby Baby, Kaltstart. Blindsoul nennt man sie. Diese kleine Hommage an die Yankees fällt einem vielleicht beim Lesen des Albumtitels der Dortmunder Blindsoul ein. Nach der EP "Blindsoul" im Jahre 2011 und Umstellungen in der Besetzung nahmen es sich die vier Jungs zur Aufgabe, die deutsche Heavy Rock-Szene zu bereichern. Ihr ziel dabei ist eine charismatischen Sound mit melodischen Refrains zu verbinden. Ihr Motto hier lautet "We can´t wait to rock this." und klingt motiviert - was man auch hört.

"Out Of My Mind" ist der erste Titel nach dem Motorradgeheule, welches als Intro dient und weckt eine Erwartungshaltung, dass man in eine typischen Biker- und Bier-Platte herein gestolpert ist. Glücklicherweise merkt man schnell, dass die Jungs mehr als Standard sind und sie mit einigen Überraschungen aufwarten. In "Still Stroked" beispielsweise ändert das Solo den kompletten Song und strengt die Pumpe zum Ende hin nochmal richtig an. Etwas weiter in der Trackliste wartet mein Favorit "Ignore" auf die Hörerschaft. Von hier an sticht auch der Gesang ins Ohr, welcher von kräftig bis gefühlvoll viele Facetten bietet und das ganze Album hindurch überzeugen kann.  Der handfeste Klang lässt sich auch auf die saubere Produktion zurückführen, die jedes Instrument effektiv hörbar und differenzierbar macht - was leider noch nicht bei allen Bands Standard ist. Es gibt keinen übertriebenen Hall und alles ist vollmundig. Besonders mit einer guten Anlage wird man die Lieder zu schätzen wissen. Ein weiteres Highlight wird mit "Black Saloon" hervorgebracht. Eine schnelle Western-Atmosphäre wird erzeugt - Wie ein Hobbycowboy spürt man den Spucknapf neben sich und schlürft einen lauwarmen Whiskey.  

Was will man den Jungs hier groß ankreiden? Man spürt das Feuer und die Hingabe, die in das Album gegangen sind und wird wider in seine Jugend zurück geschickt, als Entscheidungen noch einfacher waren. Manchmal wirken die Elemente zu motiviert und dadurch aufgesetzt, wie die Ansage des Solos in "Stil Stroked". Im Großen und Ganzen haben wir hier ein mehr als solides und genießbares Stück Musik, das man - gerade als Heavy Rock-Fan - auf eine Hörprobe testen sollte.

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