Review

BLACK STAR RIDERS - Heavy Fire18.02.2017

BLACK STAR RIDERS - Heavy Fire

BLACK STAR RIDERS - Heavy Fire

verfasst von Karla the Fox

Die ganze Metalwelt hat auf dieses dritte Album der Riders-Formation gewartet. Jeder mit dem Argument, dass die dritte Scheibe darüber entscheidet, ob sich eine Band im Geschäft halten kann oder nur ein kurzer Hype war beziehungsweise nie den Sprung schaffen wird. Gut, streng genommen haben die Black Star Riders schon vor ihrem Debut "All Hell Breaks Lose" zusammen musiziert, aber das ist die Geschichte von Thin Lizzy und ich finde, das ist eine eigene Geschichte.

Also, kommen wir zu Heavy Fire. Ich mag das Coverartwork sehr gerne. Normalerweise verstören mich Zirkusse / Freak Shows und ihre Protagonisten, deswegen blieb mir dieses, wohl mit Absicht trashige, Bild stark in Erinnerung. Es spielt mit dem Erscheinungsbild des Wilden Westen und sprichwörtlich mit dem im Hard Rock so beliebten Feuer. Spiegelt sich dieses Bild in der Musik wieder? Nur bedingt. Die Inhalte der Songs erzählen vom normalen Leben eines Mannes. Vom Aufwachsen und den kleinen Rebellionen ("Ticket to Rise"), von den Schwierigkeiten mit Frauen ("Dancing With the Wrong Girl", "Cold War Love", "Testify Or Say Goodbye") und den lauwarmen Partynächten, die sich die Riders um die Ohren hauen ("When the Night Comes In"). Eingepackt sind sie in knackigen, ungetrübten Hard Rock, der den Spirit der 70er in die heutige Zeit überträgt. Das schafft vor allem die moderne aber grundamerikanische Stimme von Sänger Ricky Warwick. Was gelernt habe ich bei dem Album auch noch: "Who Rides The Tiger" ist im Englischen eine Art Sprichwort dafür, dass Menschen, die in schwierigen Situationen stecken noch größere Probleme bekommen können, wenn sie 'davon abspringen'. So ganz hätte sich der Sinn des Songs für mich sonst nicht ergeben. Erste Interpretation: Rodeo auf einem Tiger? Wieso nicht!

Hält "Heavy Fire", was ein drittes Album verspricht? Ich würde sagen, die Black Star Riders können damit zufrieden sein. Ich würde aber nicht sagen, dass sie sich nun damit etabliert haben. Das haben sie schon vorher getan und große Überraschung bietet die Platte nicht. Meine Favoriten sind "When The Night Comes In" und "Ticket To Rise". Es gibt auch ein paar Filler auf dem Album. Welche das sind, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Denn kein Song ist wirklich "schlecht". Es gibt nur viele Wiederholungen, vor allem innerhalb der Tracks. Die Gitarrenfans unter euch dürften besonders glücklich werden. Das Spiel der gleich drei Gitarristen fügt sich toll ineinander, ist Retro und besticht oft gar durch Unaufdringlichkeit. Für mich haben sie den Test (schon viel früher) bestanden.

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