Review

BEYOND THE BLACK - Songs Of Love And Death10.03.2015

BEYOND THE BLACK - Songs Of Love And Death

Beyond The Black - Songs Of Love And Death

verfasst von Karla the Fox

Freitags morgens um 9 in den Quadraten Mannheims. Karla steht vor dem Saturn-Laden und hofft, schon vor der Arbeit eine Ausgabe von Songs Of Love And Death zu ergattern. Blöderweise hat der Laden aber noch gar nicht auf.

Also kommt sie in der Mittagspause sofort wieder, schnappt sich die CD aus dem Regal der Neuerscheinungen, muss die Kunde gleich unter ein paar Freundinnen verbreiten, kommt abends heim, zeigt die Platte ihrer Mitbewohnerin und spielt sie in den Folgetagen so laut, dass entweder ihr selbst (Kopfhörer) oder den Nachbarn (Anlage) die Ohren abfallen dürften?Könnt ihr euch jetzt in etwa vorstellen, wie ungeduldig ich auf dieses Album gewartet habe und wie gerne ich es höre? Es läuft hoch und runter, und wieder hoch.

Dass Beyond The Black "Newcomer" sein sollen, will man gar nicht so recht glauben. Technisch gesehen sind sie das auch nicht, nur eben in dieser Kombination. Die sechsköpfige Truppe um Sängerin Jennifer haben die Metalcommunity im Sturm erobert. Gestern noch völlig unbekannt, heute auf der Bühne in Wacken, morgen in einer Boxkampfarena in Berlin und im Fernsehen. Eine kurze Tour ist auch geplant, die Stationen heißen Berlin, Hamburg, Köln und München. Kleinere Orte kommen wohl gar nicht in Erwägung, allein schon, weil sie allesamt mit anderen Projekten eingespannt sein dürften. Die Förderung für diese Band ist genial, denn wer kann schon behaupten, für sein erstes Musikvideo kurzerhand nach Südafrika geflogen zu sein! Das Video begleitet die Single "In The Shadows" und ist mit Filmszenen aus "Northmen - A Viking Saga" aufgepeppt.
Die höchste Position, die ich bei dem Album mitbekommen habe, war Platz 11 der Charts. Absolut verdient.

Das Genre nennt sich selbst etwas sperrig Female Fronted Metal. Inhaltlich wird´s also mindestens so dramatisch wie musikalisch. Mit zwei Gitarren und Keyboard wird der Musik alle Breite gegeben, die sie braucht. Auch wenn jeder seinen jeweiligen Part, bis auf die Shouts im Hintergrund, fehlerlos beherrscht, ist Frontfrau Jennifer der Star der Gruppe. Sie ziert das Albumcover allein, umgeben nur von ihrem wehenden Kleid und fliegenden Raben. Was die Band mag, sind starke Wechsel in der Dynamik. Im ursprünglichen Video, dem Wacken-Auftritt, ist auch das Duett mit Kissin´ Dynamite-Sänger Hannes Braun noch solch ein Song, bei dem mitten in die tragende Melodie plötzlich mit ganzer Kraft losgescheppert wird. Auf der CD fehlt dieser Teil. Wäre vielleicht ein wenig zu viel des Guten geworden, egal wie viel Spaß so eine Spielart machen muss.

Jung und übermotiviert hin oder her: Episch trifft´s für Songs Of Love And Death wohl am besten. Ein Album, in das ich mich schon verliebt hatte, bevor ich es je in der Hand hatte. Grandiose Musiker und eine Stimmung in ihrer Musik, die man viel zu selten findet. Mein persönlicher Winter-Favorit.  

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