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BETONTOD - Traum von Freiheit19.02.2015

BETONTOD - Traum von Freiheit

BETONTOD - Traum von Freiheit

verfasst von Kalle

Betontod - so könnte manch Bezirk in Berlin nennen, wenn man sieht, was da dicht an dicht steht und die Luft nimmt. Da kommt ein "Traum von Freiheit" gerade ganz passend. Aber man kann es auch ganz gut auf das Ruhrgebiet umwandeln, denn dort ist manch Stadt ja gleich neben der Nächsten. Aus der nähe von Oberhausen kommen Betontod nun mit ihrem neuen Longplayer daher.

Ich muss mich ja manchmal immer zurück halten, nicht zu schreiben das es Deutschrock ist, weil das mögen viele Bands nicht, dabei möchte ich damit eigentlich nur ausdrücken, dass es guter Rock mit deutschen Texten ist. Zum Glück gibt es da noch die Bezeichnung Punk Rock. Und genau solchen spielen Betontod, auch wenn ich hier und da schon mehr als die üblichen drei Akkorde raus hören kann. Insgesamt warten zwölf satte Nummern auf euch, die eine gewisse Rauheit in sich tragen. Da ist der Meister dran schuld, denn er singt die Songs und hat diese gute Stimme, die sich perfekt an die Riffs und Melodien anpasst.

Schon der Opener und der Titeltrack zur Platte "Traum von Freiheit" weis sehr zu gefallen. Zackiges Tempo, geiler Text und einfach nur ein absolut guter Start in die Platte. Mir gefällt besonders der ruhige Part, mit dem sanften Gitarren und Drums, die dann in den donnernden Refrain übergehen. Mit "Mein Letzter Tag" kommt dann so richtig Punk Rock auf. Der Rhytmus ist einfach gehalten und man kann sich schon jetzt die Moshpits dazu vorstellen, auch wenn es eine gute Midtemponummer ist. Betontod nehmen kein Blatt vor den Mund und in ihren Texten spiegelt sich das Leben wieder. "Ich bereue Nichts" ist da so ein gute Beispiel dafür. Und dann überraschen mich Betontod schon sehr, denn in "Für Immer" hört man plötzlich ein Orchester. Was war denn da los? Absolut cool geworden und ich hab beim anhören Gänsehaut bekommen. Ein Feuerzeugsong, der mal sowas von unter die Haut geht. Aber es darf dann auch gerne wieder etwas flotter gehen, wie in "Flügel aus Stahl". Hier überzeugt mich diese gewisse Düsterheit, die in den Riffs zu hören ist. Das Gitarrensolo allerdings geht ein wenig unter. Wenn ihr den Track "Geschichte" hört, möchte ich gerne mal wissen, ob ihr auch den Eindruck habt, dass hier eine Mitgröhlhymne geschrieben wurde. "Nur für eine Nacht" erinnerte mich ein wenig an einen Song der Toten Hosen. Der hat so ein klein wenig was von Bonnie & Clyde und ist daher eine absolute Hörempfehlung. "Ihr könnt mich" ist dann wieder etwas düster gehalten und die Riffs erinnern stark an Rammstein. Diese Vergleiche sind positiv zu bewerten, weil es die Vielfalt von Betontod zeigen. Sie lassen auf dem Album viele verschieden Facetten durchblicken. Hier und da wird sogar der geneigte Metalfan durchaus gefallen an der Scheibe finden. Aber ich muss ehrlich zugeben... irgendwann geht einem das Gebrülle von Meister auf den Geist. Da wünscht man sich doch mehr und mehr den normalen Gesang, wie im letzten Track "Nach all den Jahren"

Fakt ist auf alle Fälle, das Album ist gut, es rockt ordentlich und wird auf große Begeisterung treffen. Aber wie zuletzt gesagt, der Gesang könnte nach einigen Malen hören ziemlich in den Ohren fiepen. Also es wird kein Dauerbrenner in meinem CD Spieler, aber gelegentlich werd ich die Platte laut machen. Sie ist tauglich für rockige Grillabende oder für laue Festivalnächte, wenn die Nachbarn mit Helene Fischer auf den Geist gehen. Laut machen und genießen.

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