Review

BEHIND THE SUN - Post Solis17.02.2017

BEHIND THE SUN - Post Solis

BEHIND THE SUN - Post Solis

verfasst von Robert K.

Progressiver Metal aus den wunderschönen US of A - herrlich. Heute auf dem Menü: Behind the Sun aus Clemson, South Carolina, mit ihrer EP "Post Solis". Wenn mein Schullatein nicht ganz von den Jahren ausgehaucht wurde, bedeutet der Titel des Werks so viel wie "Behind the Sun" - sehr pfiffige Idee. Man möge sich vorstellen, wie andere Bandnamen in anderen Sprachen aussähen. Genug aber davon, widmen wir uns wieder diesem Quartett! Mal schauen, was man hinter der Sonne noch außer Licht findet.

Vielleicht kennt man das ja: Bestimmte Bands brennen sich durch zusammenhangslose Ereignisse ins Gedächtnis - so auch diese. Die Boxen zu laut eingestellt vom vorabendlichen Film und dann schön das zu reviewende Album anmachen. Ein lauter Schrei gepaart mit schnellem Schlagzeugdonner schallt durch die Wohnung und angrenzende Wohnungen, das Herz macht einen Satz nach vorn und schnell zur Maus gegriffen, um das Spektakel zu beenden. Diese Situation ist genau so und genau mir passiert. Die anfängliche Skepsis nach dem Schrecken weicht jedoch recht schnell der Euphorie, die das ganze Album ausstrahlt. Man bemerkt, wie sehr die Künstler versuchen, einen anderen Weg in ihrer Musik zu bestreiten. Der Fokus liegt glücklicherweise auf der instrumentalen Gestaltung und der Gesang tritt zeitweise in den Vordergrund.

Hier liegt auch eine Schwäche des Albums, welche aber rein subjektiv zu sehen ist - der Gesang. Bei der vorherrschenden Konstellation der Musik finde ich gutturalen Gesang mit Scream-Einlagen einfach etwas zu aufgesetzt. Technisch mag das alles ganz in Ordnung sein, jedoch reißt es aus der Stimmung heraus, die so gut aufgebaut wird. Wie auch immer schafft es jedes Lied, den Sinn der Neugier zu wecken und animiert zum Hören bis zum Schluss. Ein großen Verdienst daran trägt die Abwechslung zwischen lauen Passagen und kräftig drückenden Gitarrenriffs, welche auch mal als Solo ausgelegt werden und das Grundgerüst noch festigen. Da der Grundtenor recht fröhlich zu sein scheint, bewegen sich auch die Kompositionen in diesem Bereich - man sollte also keine Doom-Anwandlungen erwarten, sondern sich schlicht hingeben und hören, wohin die Reise führt.

Ans Ende der Reise kommt man mit "Post Solis" nicht ganz, aber man wird als progressiv angehauchter Hörer sehr angetan sein. Ein paar Ecken und Kanten gibt es noch, allerdings vermittelt die Band ihre Vision verständlich und lässt auf eine Fortsetzung in Form eines Albums hoffen. Wer eine kurze, abwechslungsreiche Klangfahrt sucht, darf hier gerne mehr als einmal zuhören!

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