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BABYMETAL - Babymetal19.05.2015

BABYMETAL - Babymetal

BABYMETAL - Babymetal

verfasst von Kalle

Schon länger ist bekannt, dass man in Japan als Rock und Metalband ordentlich Erfolge feiern kann, wenn man aus den europäischen oder amerikanischen Ländern kommt. Die Japaner fahren voll auf die Klänge ab und manch Band hat dort mehr Erfolge als in Europa feiern können. Doch leider ist nur wenig aus Japan in Europa und anderswo unterwegs. Das ändert sich jetzt schlagartig, denn vor eingen Jahren gründete sich eine Formation in Tokio, die erst die heimischen Fans erobert und nun auch in Europa für Wirbel sorgt. BABYMETAL.

Was klingt wie eine Krabbelgruppe aus einem Mangastreifen ist beinharter Metal, mit zierlichen Stimmen. Die Erfolge in Japan sind kaum Messbar und ihre bisherigen Auftritte waren im Nu ausverkauft. Sie durften schon zahlreiche Festivals besuchen und tourten als Supportact für Lady Gaga. Da merkt man, dass diese Band viele verschiedene Fans erreichen will und das mit ihrer Musik auch schafft. Natürlich gibt es auch Kritiker die sagen, was das für ein Mist sei und wie man sich als Metal bezeichnen könnte. Nun... Babymetal verbinden Death Metal mit Melodic Metal und typischen japanischen Pop-Elemente. Ich persönlich finde dieses Konzept sehr interessant und hörbar und kann mich sehr dafür begeistern, weil die drei Damen und ihre Musiker mal richtig auf den Putz hauen und uns einen Einblick in die japanische Musikszene bieten, worauf die so abfahren. Und bei dem Album, was jetzt in Europa erscheinen wird, kann man nur sagen... traut euch da mal rein zu hören. Offiziell hat der Langspieler 13 Songs und es gibt, wenn man lieb ist, noch zwei Bonus Songs. Euch erwartet eine Mischung aus Songs in englischer und japanischer Sprache. Da meine Japanischkenntnisse nicht gerade hoch sind, kann ich da natürlich Nichts zum Inhalt der Songs sagen, aber musikalisch wird euch ein ordentliches Brett um die Ohren gefeuert.

Babymetal hat drei Sängerinnen und offiziell sechs weitere Mitglieder, wovon meist aber nur fünf bei den Liveauftritten sind. Der Clou... das sind alles gestandene Musiker, die vorher und aktuell in anderen Bands mitspielen. Ihr Schlagzeuger Yuya Maeta spielt sogar in der Blue Man Group mit. Die drei jungen Sängerinnen nennen sich Su-Metal, YuiMetal, MoaMetal. Ihre Auftritte bestehen aus viel Lichteffekten und Tanzeinlagen, aber auch geiler Musik, wie sie auf diesem Album zu finden ist. Die Gitarrensolos sind ein absolutes Muss und auch die sonst sehr harten Riffs werden euch begeistern. Dazwischen mischt sich dann der besagte J-Pop. Bestes Beispiel ist einer der Erfolgshits "Gimme Chocolate". Der klingt zwar im ersten Moment wie ein englischer Track, wird dann doch auf Japanisch gesungen. Die Popelemente fügen sich gut in die sehr Death Metal anmutigen Tracks ein. Diese kindlichen Stimmen sind beabsichtigt, damit man den Kontrast zu den Growls aus dem Background richtig merkt. Manch Lied könnte der Opener einer Animeserie sein, wo es um irgendwelche Fabeltiere geht. Aber ihr werdet nicht nur mit diesen Kontrasten überrascht. Schon im dritten Song kommt so ein wenig Hip Hop auf... aber Achtung... nicht wegschalten. Ihr müsst da aufdrehen, denn genau danach kommt einer der geilsten Parts der gesamten Platte. Dieser kurze Part knallt euch so geil um die Ohren. Die Scheibe eignet sich in jedem Fall für ordentliches Headbangen und wer der Sprache mächtig ist, wird auch hier und da was verstehen. Babymetal haben es wirklich verstanden, eine große Schicht anzusprechen. Brettharte Metaller werden jetzt wahrscheinlich nicht anfangen sich Mangaaugen zu schminken und mit Corpsepaint durch den Comicladen zu gehen, aber hier und da werden auch die auf ihre Kosten kommen. Und wer auf richtig Tempo steht, dem empfehle ich den Bonustrack "Road Of Resistance". Warum? Nun... ihr werdet am Gitarrenspiel sofort erkennen, wer da seine Finger mit im Spiel hat. Es ist niemand Geringeres als der Meister der schnellen Gitarre: Herman Li. Der Dragonforce-Gitarrist steuert seine Fähigkeiten in diesem Song bei und macht ihn damit zur absoluten Hörempfehlung, da dieses Gitarrenspiel den ganzen Song einfach nur zu einer hammer Nummer macht.

Babymetal werden von vielen Künstlern der Szene schon als aufregenste Band genannt und ich möchte mich dem anschließen. Sie sind wirklich aufregend und ich könnte mir vorstellen, wenn sie ihrer Linie treu bleiben, aber vielleicht ein paar mehr Songs in Englisch machen, sind ihnen noch mehr Fans sicher. Aber auch das japanische in den Texten hat was, weil man einfach sich mehr auf die Melodien und Co. konzentriert. Also ich sage es gerne noch einmal... nicht abwinken, sondern wirklich mal rein hören. Es lohnt sich wirklich!

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