Review

ARMAHDA - Armahda05.02.2015

ARMAHDA - Armahda

Armahda - Armahda

verfasst von Karla The Fox


Wer sagt, Musikstile oder Themen seien geographisch fest verankert?
Ihr glaubt, das ist einfach so? Nun dann, Armahda widerlegen diese Vermutung problemlos.

Das Wort "Armada" bedeutet Kriegsflotte auf Spanisch. Armahda dürfte sich irgendwo davon ableiten. Die Herren, die sich selbst den Namen Flotte gaben, stammen aus Sao Paulo, Brasilien. Ihre Musik beziehungsweise ihre Thematik hat angesichts dessen einen überraschend europäischen Touch. Immerhin geht es hauptsächlich um Schlachten, Helden und Legenden. Klassischer, bodenständiger Heavy Metal. Kein feuriger Samba? Nein, heute nicht. Musik ist nicht ortsgebunden, das sei noch einmal betont. Die Musiker von Armahda wissen selbst, dass sie mit ihren Werken Erwartungen durchbrechen. Deswegen haben sie einen sensationellen Youtube-Kanal, der fast alle ihre Songs als Lyrikvideos bereit stellt inklusive einer kleinen Erläuterung zu den einzelnen Inhalten. Bilingual. Wem hier würde zum Beispiel das Wort Canudos etwas sagen? Vermutlich niemandem.

Es ist ein Kriegsschauplatz aus dem späten 19. Jahrhundert. Wer nähere Infos will, sehe sich bitte das Youtube Video dazu an und lese sich die Beschreibung durch. Man merkt dabei recht schnell, dass sich das Leben auf dem südamerikanischen Kontinent nicht allzu sehr von dem unterscheidet, was wir in unseren Längengraden lernen.  

Die Songs von Armahda sind untereinander sehr verschieden. Das fängt bei der Spielzeit an und hört bei der Atmosphäre auf. Norairo ist ein instrumentelles Intro in Extralänge, das auf die Verzerrungen des Heavy Metal noch verzichtet. Canudos steht an vierter Stelle und ist für mich das erste Stück, das Aufmerksamkeit erregt (wenn man mal nur auf die Musik achtet, nicht den Text). Darauf folgt das lange Titelstück, in welchem der Leadsänger der Flotte Mauricio ungeahnte Höhen erreicht. 

Weitere Songs, die von vergangenen Geschehnissen erzählen, werden präsentiert, mal energetischer, mal trauriger. Uiara ist eine besonders schöne Ode über eine Meerjungfrau, spezifischer eine Sirene. Es könnte genauso gut die Lorelei sein... ob Armahda mal auf dem Lorelei Festival spielen würden?  

Von südamerikanischen Rhythmen hört man wirklich nicht viel. Der letzte Song The Pathfinder könnte genauso gut aus Dublin stammen. Bei Media Markt um die Ecke werdet ihr diesen Silberling eher nicht finden. Im Internet bestellen könnte sich aber lohnen, denn Armahda kennt hier echt kaum einer, obwohl sie gar nicht übel sind.

Man hätte also eine echte Rarität zuhause. Hört am besten einfach mal rein.

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