Review

ARGYLE GOOLSBY AND THE ROVING MIDNIGHT - Darken Your Doorstep04.07.2017

ARGYLE GOOLSBY AND THE ROVING MIDNIGHT - Darken Your Doorstep

ARGYLE GOOLSBY AND THE ROVING MIDNIGHT - Darken Your Doorstep

verfasst von Ben S.


Argyle Goolsby aka Steve Matthews schickt sich an, seine Fans mit einem neuen Album zu beglücken. Endlich ist es da und Kinder, was für eine Scheibe es doch geworden ist! Dass Gools mit seiner Musik, damals noch mit den Szene-Größen "Blitzkid", längst aus dem Schatten der legendären "Misfits" herausgewachsen ist, muss er mit seiner eigenen Band "Argyle Goolsby and the Roving Midnight"schon lange nicht mehr beweisen. Wo "Blitzkid" aufhört, fängt "AGATRM" an und geht durchaus über den Sound seiner einstigen Combo hinaus. Gleichzeitig werden immer wieder gekonnt Hinweise und Anspielungen auf sein früheres Schaffen geboten.

Was uns Herr Matthews auf "Darken Your Doorstep" präsentiert, ist nicht nur das bis jetzt am meisten antizipierte Horror-Punk-Album des Jahres (das den hohen Erwartungen, die an eben diese Scheibe gestellt wurden, übrigens voll und ganz erfüllen kann), sondern wird auch ganz sicher über den Hype hinaus bestehen können. Wo Gools draufsteht, ist halt auch Gools drin. Aber was bedeutet das, gerade für Leser und eventuell neue Zuhörer, die mit dem Namen Argyle Goolsby noch nichts anfangen können? Was erwartet alle (noch) nicht Horror-Punker und Death-Rocker, Monster Kids und Grabräuber? Ganz einfach: Musik, die zu 100% von Herzen und aus der Seele eines Mannes kommt, der Musik aus Überzeugung und Leidenschaft macht. Nicht mehr, aber auch ganz sicher nicht weniger!

Den Anfang auf "Darken Your Doorstep" macht die legendäre Horrorfilm-Ikone Coffin Joe und spricht in "Midnight Approaches" einen grausigen Fluch über die nun versammelte Zuhörerschaft aus. Nur damit uns Gools in der Einstiegsnummer "The Uninvited" unser Fell über die Ohren ziehen und auseinanderreißen kann. Hammer Track, hart, schnell und trotzdem mit der für "AGATRM" typischen Melodik. Zwei Songs weiter entführt uns die Truppe in das Versteck der jugendlichen Vampire aus dem 80er Jahre Film "The Lost Boys" und besingt das langsame Verwandeln des Hauptcharakters in einen modernen und damals zeitgenössischen Blutsauger. Das passiert in "Blood Cave" weder plakativ oder aufgezählt, sondern ist durchaus sehr amüsant und locker dargebracht. Eine fetzige und punkige Nummer, die gleich zum Tanzen einlädt.

"Mister Babadook" hat sich in kurzer Zeit schon zu einem Fan-Favoriten gemausert und wurde auch schon auf der Tour im letzten Jahr mehrfach live gespielt. Auch dieser Song hat wieder einen Film zum Vorbild, welchen man sich durchaus mal anschauen sollte. Musikalisch klasse inszeniert und mit einem Chorus versehen, der noch lange im Ohr bleibt.

"In Votive Light? isr die erste Singleauskopplung der neuen Veröffentlichung und an alle Neugierigen da draußen soll gesagt sein: Es gibt auch ein Musikvideo zu diesem hypnotischen und fesselnden Song. Also am besten gleich mal googeln und sich von Gools auf den Friedhof entführen lassen. "Rose Grows Red" hätte auch super auf das letzte "Blitzkid"-Album "Apparitional" gepasst und macht einfach nur Spaß. Das gleiche gilt auch für "Dear Theda,". "Shadow of the Vampire" und auch die Neueinspielung von Gools' Klassiker "Washer at the Ford" sind großartige Songs, was natürlich auch auf alle anderen und von mir nicht erwähnten und besprochenen Stücke zutrifft. Ich kann ja nicht alles erwähnen und jeder Zuhörer soll sich auch selbst mit der Musik befassen, sie entdecken und erkunden.

Gespickt ist "Darken Your Doorstep" dann noch mit vielen Gastauftritten bekannter und beliebter Musiker aus dem Genre. Die Arbeit an der Gitarre übernahm zum Großteil Johnny Ott von ?The Kryptkeeper Five". Weitere Gäste waren Nim Vind von (wer hätte das gedacht) "Nim Vind", Dead Richie Gein von "Bloodsucking Zombies From Outer Space" und Dan LaMothe von "Stellar Corpses".

Nach all den Jahren beweist Steve Matthews eindrucksvoll, dass er, absolut verdient, zur Speerspitze der Horror-Punk- und Death-Rock-Szene gehört. Dieser Mann atmet und lebt förmlich für seine Musik und Visionen... fast bis zur Selbstzerstörung. Wer die Chance hat, sich ein Konzert von "Argyle Goolsby and the Roving Midnight" anzusehen, sollte dies auf jeden Fall machen und wird dann sofort wissen, was ich meine.

Ehrlich und fesselnd. Horror, der von Herzen kommt!


Tracks:

01 Midnight Approaches
02 The Uninvited
03 Ghost Light Waltz
04 Blood Cave
05 The Brides
06 Mister Babadook
07 Life Without Soul
08 The Black Trance
09 In Votive Light
10 Rose Grows Red
11 Destroy All Humans
12 Dear Theda,
13 Nightsurf
14 The Wild Branch of Rose

Bonus Tracks:

15 Washer at the Ford
16 The Black Holly



Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1033