Review

ARCH ENEMY - Will To Power21.08.2017

ARCH ENEMY - Will To Power

ARCH ENEMY - Will To Power

verfasst von Kalle

Manchmal ist es echt gemein... da möchte man euch ein Albumreview präsentieren, muss aber leider etwas länger warten, bis ihr in den Genuss kommen dürft. So jetzt auch bei der neuen Scheibe von Arch Enemy. Im Zuge der Interviews im Juli bekamen wir die Platte bereits zum reinhören und vorbereiten und hätten gerne euch schon da total heiß auf die Platte gemacht. Nun holen wir das ganz flott nach und hoffen, wir können euch für diese Platte begeistern. Es ist das zweite Werk mit Sängerin Alissa, die Arch Enemy neue Leben eingehaucht hat. Nicht nur optisch ist sie eine Wucht, sondern speziell ihre grandiose Stimme bringt Arch Enemy auf ganz neue Level. Das Songwriting von Gitarrist Michael hat sich ebenfalls verbessert, so ist jedenfalls mein Empfinden. Ich hab einige Jahre gebraucht, bis ich auf den Sound von Arch Enemy klar gekommen bin, mittlerweile ist es einer meiner Lieblingsbands, da dieser Melodic Death Metal einfach so geil gemacht ist. Erfrischende Melodien, mit krachenden Riffs, brechenden Drums und einer Stimme... da schmilzt man dahin.

Diese Gesamtkombination ist einfach ein Genuss... ein... ja ich würde fast sagen musikalischer Orgasmus. Das Tempo ist hoch, die Melodien schmiegen sich mit dieser Härte einfach um Alles. Hier kann man headbangen, moshen, gröhlen und einfach nur abgehen. Und ich rede jetzt nur von dem, was ich vor meinem Schreibtisch mache. Auf Konzerten ist es noch mehr grandios, was Arch Enemy abziehen. Ihre Live Shows sind eine Augenweide. Grandiose Lichtkonzepte, gelegentlich Pyroeffekte, eine fette Energie auf der Bühne. Und so müsst ihr euch jetzt das neue Album auch vorstellen. Viel Power, viel Energie. Schon das melodische Intro "Set Flame To The Night" bringt euch in eine ganz andere Stimmung. Ihr wisst genau... gleich kracht es. Und so ist es. Mit Fullspeed geht es in "The Race". Damit ist die Marschrichtung für das gesamte Album klar, obwohl der Song noch nicht die großen Melodien vorweist und er durch seine gewisse Brutalität überzeugt. Dafür bekommt ihr dann im zweiten Track "Blood In The Water" mehr Melodien, nämlich dann, wenn die Gitarren zusammen spielen und einen unvergleichlichen Klang bieten.

Ich hab das Album bestimmt schon dreißig oder vierzig Mal durchlaufen lassen, zu Hause auf Arbeit, wo ich unterwegs war und es gibt keinen Part wo man mal weiterschalten würde oder sagt... hmm hat sich abgenutzt. Nein, man findet immer wieder hier und da eine kleine Besonderheit, auf die man vielleicht vorher nicht so geachtet hat. Das Album bietet so viel! Für mich einer der Songs der Platte, wobei alle halt geil sind, ist "The World Is Yours". Was Arch Enemy hier für ein Feuerwerk abfackeln, das ist einfach ganz großes Können. Von absolut hohem Tempo bremst im letzten Drittel plötzlich ein Pianopart das Tempo etwas runter. Alissa flüstert plötzlich und dann baut sich so eine ganz gewisse Spannungskurve auf. Einfach super umgesetzt. Gleiches gilt für "Reasons To Believe". Das ist ein Lied, das wird für manch Augenreiben sorgen. Ihr hört zu Beginn eine glasklare Stimme, die im weiteren Songverlauf erhalten bleibt. Ich gestehe... ich brauchte drei - vier Anläufe um heraus zu hören, ob das Alissa selbst ist oder eine Gastsängerin. Die Stimme klang nämlich etwas nach Lzzy Hale von Halestorm. Dieser Track ist mit der langsamste und abwechslungsreichste auf dem Album. Wenn diese klare Stimme von langsamer Strophe in den Refrain übergeht und dann erst einmal nach eben Halestorm klingt und dann plötzlich in die Growls übergeht... Wahnsinn! Ihr werdet diesen Song hoffentlich genauso feiern, wie ich es tue. Absolut geiler Song.

Danach ist der Kuschelkurs vorbei und mit "Murder Scene" wird die Höchstgeschwindigkeit angepeilt. Startet der Song noch im recht normalen Tempo für Arch Enemy, so steigert er sich im letzten Drittel zu einer absoluten Wuchtbrumme und nimmt richtig Geschwindigkeit auf. Zu "First Day In Hell" hab ich nur einen Gedanken gehabt: Hier könnte Johan Hegg von Amon Amarth glatt mitsingen. Von der Aufmachung kommt der Track glatt an den Sound der Wikinger ran. Ein absolut geiler Headbangertrack. "Dreams Of Retribution" ist ebenfalls ein Song, den ich euch sehr empfehle, hat er doch fast die meisten Wechsel in sich vereint, was Härte und Melodie angeht. Er ist zudem noch der längste Song der Platte. Die hat insgesamt übrigens eine Länge von etwas mehr als 50 Minuten und endet mit Klängen von Streichern. Ein sehr besinnlicher Abschluss für solch ein Machtwerk an Album. Als Fazit kann ich nur Arch Enemy und dem Team dahinter danken. Die Produktion ist fett, die Songs genial, das Gesamte stimmt von A bis Z. Für mich mit eines der Platten des Jahres. Grandioses Machtwerk einer der stärksten Metalbands aktuell. Mehr davon!!!


Tracklist:

01. Set Flame To The Night
02. The Race
03. Blood In The Water
04. The World Is Yours
05. The Eagle Flies Alone
06. Reason To Believe
07. Murder Scene
08. First Day In Hell
09. Saturnine
10. Dreams Of Retribution
11. My Shadow And I
12. A Fight I Must Win

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