Review

APOCALYPTICA - Shadowmaker13.04.2015

APOCALYPTICA - Shadowmaker

APOCALYPTICA - Shadowmaker

verfasst von Kalle

Neuer Stoff der Finnen und natürlich müssen sie ausgebieg gelauscht werden. Immerhin ist das letzte offizielle Album mal eben fünf Jahre her. Das kann ja nicht angehen, dass man so lange auf gute Musik warten muss. Aber wenn es um Apocalyptica geht, dann wartet man gerne, denn hier ist sicher, die Qualität stimmt und die Musik wird wieder geil. Oder?

Hören wir doch mal genauer rein. Insgesamt warten 12 Songs auf dem Album auf euch. Allein Schon das Cover ist wieder sehr speziell. Man sieht eine in weiß gehüllte Dame und eine "mumifizierte" zweite Dame in weiß im Arm gehalten. Eigentlich ganz schlicht gehalten, doch jetzt versucht mal den Zusammenhang zum Albumtitel zu finden. Das Intro ist gewohnt instrumental und auch sonst erwartet man ja eigentlich viel instrumentale Stücke der Finnen. Doch auf diesem Album haben sie sich gesanglich wieder Unterstützung geholt. Es ist aber nicht nur für ein oder zwei Songs eine Stimme zu vernehmen. Dieses Mal ist es durchgehend mit Gesang versetzt. Eine Weiterentwicklung die der Band in der Produktion der Platte sehr viel Freude gemacht hat.

Für Fans ist es dennoch ungewohnt, hat man die Ohren doch eher auf die Klänge der Cellos gespitzt und auf das krachende Schlagezeug. Aber Eicca und Paavo haben mehr mit Apocalyptica vor, als nur sich an Instrumentale zu klammern. Mit Franky Perez wurde eine geeignete Stimme gefunden. Und ja sie passt! Und liebe Fans, der gewohnte Sound ohne Stimme kommt nicht zu kurz auf dem Album. Viele Soloparts sorgen für ein Hörvergnügen, wo ihr gewohnt zu den schnellen Chellos headbangen dürft. Und hier haben sich die Herren nicht Lumpen lassen. Holla die Waldfee. In manchen Songs ist das Tempo verdammt hoch, so dass man gut nach Luft schnappen dürfte. Herausragend dafür ist der Titeltrack "Shadowmaker" zu nennen. Der Song geht über 7 Minuten und lässt keine Wünsche offen. Gute Gesang, schnelle Chellos, harte Drums und dieses gewisse mystische, was man immer mit der Musik von Apocalyptica verbindet. Dazu ein paar Glockenschläge als nette Nebeneffekte gepackt und der Song ist ein Kracher. Einzig der Übergang vom Solopart zum letzten stimmlichen Part ist nicht ganz opitmal gelungen, wie ich finde. Ein wenig erinnert mich die Stimme an Myles Kennedy, der ja bei Slash die stimmlichen Parts übernommen hat. Und dort klingt er besser als bei Alter Bridge. Franky war zuvor Gitarrist der Band Scars On Broadway, ich finde aber, hier ist er jetzt besser aufgehoben. Er hat das Potential auch auf Tour die älteren Stücke zu singen. Rauchig wie die von Nina Hagen ist sie ja... ob er auch Seemann singen könnte, wird sich eventuell ja zeigen.

"Reign of Fear" ist für alle Fans ein Leckerbissen, soviel verspreche ich jetzt schon. Ohne Gesang und fast 7 Minuten Apocalyptica pur. Hier wird alles aus den Instrumenten geholt, was nur irgendwie drin ist. Tempo, Kraft und Melodie vereinen sich in diesen Minuten zu einem Instrumental der Extraklasse. Und nach der ganzen Kraft muss man sich natürlich ein wenig erholen. Und das Gänsehaut bereiten eine Eigenschaft der Band ist, muss ich glaube ich nicht näher erleutern. Hört euch einfach mal den Song "Hole In My Soul" an. Sehr gefühlvolle und doch düstere Ballade, wo die Stimme einen kleinen Boybandcharacter hervorbringt. "Riot Lights" erinnert ein wenig an die Filmmusik aus James Bond oder Mission Impossible, wenn so kleine Verfolgungsszenen sind. Er ist mit "Till Death Do Us Part" einer der drei Stücke, die komplett ohne Gesang sind. Hinzu kommt noch das Intro, doch sonst sind alle Songs mit der Stimme versehen. Hier und da hätte ich mir vielleicht etwas mehr Abwechslung in der Stimmfarbe gewünscht. Vielleicht wären weitere Gastsänger eine Option gewesen.

Dennoch bietet Shadowmaker im Gesamten ein tolles Abbild von dem was Apocalyptica ausmacht. Vielseitig sein - neue Ideen ausprobieren und keine Langweile beim Anhören der Stücke bekommen. Sie haben die letzten Jahre gut genutzt und sich auch von dem Wagner Projekt inspieren lassen, als sie die neuen Songs geschrieben haben, das kann man heraus hören. "Shadowmaker" ist ein grundsolides Werk geworden, was alten Fans besonders mit den Instrumentalstücken gefallen wird und neue Songs gewinnen wird, da sich durch den Gesang neue Zielgruppen öffnen lassen. Man darf gespannt sein, wie die Fans das neue Werk aufnehmen werden und wie sich die Tracks live machen, denn die mit Gesang sind nunmal keine Cover und ohne Stimme daher eher schwierig wahr zu nehmen, da sie ja für den Gesang geschrieben wurden. Lassen wir uns überraschen und freuen uns auf "Shadowmaker" von Apocalyptica.

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