Review

ANNIHILATOR - Suicide Society03.09.2015

ANNIHILATOR - Suicide Society

ANNIHILATOR - Suicide Society

verfasst von Kalle

Es ist immer schön wenn man Musik von Leuten auf den Tisch bekommt, die man bereits persönlich kennenlernen durfte und somit einen besonderen Bezug hat. Mit Annihilator verbindet mich ein Besuch des Brennereigeländes, wo in jedem Jahr das Masters Of Rock Festival stattfindet. Und wenn die Tschechen mit etwas umgehen können, dann mit Alkohol. Das haben die Kanadier um Mastermind Jeff Waters damals mit erlebt und die Führung wurde ein sehr unterhaltsamer Spaß.

Kann da jetzt da jetzt die neue Platte mithalten, in der nach langen Jahren Jeff mal wieder singt? Dave ist ja im letzten Dezember aus der Band ausgestiegen und so übernahm der Kopf der Thrash-Metal Legenden wieder den Gesangspart. Gitarre spielen kann er ja so oder so und das verdammt begnadet. Und singen? Klar auch das liegt ihm irgendwie im Blut. Er hat halt gerne die Kontrolle über das was mit seiner Band passiert. Das war bei den letzten 14 Alben schon der Fall und ist es jetzt beim 15ten Meisterwerk ebenso. Ja ihr lest richtig, es ist wieder ein Meisterwerk geworden. Neun Songs die jeden Fan der schnellen Thrash Metal Töne das Herz höher schlagen lassen. Hier wird aber nicht auf Haudraufschnelligkeit gesetzt, sondern man behandelt jeden Track mit viel Liebe, auch wenn die in den Songtexten etwas zu kurz kommt. Aber wer will das auch im Thrash Metal hören? Da muss es um Themen gehen, die kritisch betrachtet werden können und so ist es kein Wunder das die Platte "Suicide Society" heißt.

Eine sich selbst tötende Gesellschaft und Jeff weis ganz genau, wie recht er damit hat. Eingespielt hat er die Gitarre und den Bass, sowie auch den Gesang. Das Schlagzeug übernahm Mike Harshaw. Jeff saß auch am Mix, Mastering und selbst am Cover-Artwork hatte er die Finger mit im Spiel. Und was der Mann anpackt kann gar nicht schlecht sein. Schon die Opener "Suicide Society" und "My Revenge" weisen euch den Weg, der schon musikalisch auf der letzten Platte eingeschlagen wurde. Komplette Thrashmetalbretter dürft ihr aber nicht erwarten, denn Annihilator entwickeln sich ein weing weiter und so dürfte viele Fans der Song "Snap" etwas überraschen, der im Gefühl doch als härtere Midtemponummer daher kommt. Auch "Creepin Again (Parasomnia)" wird überraschen, da es mit dem Tempo spielt und gelegentlich sogar sehr melodisch wird. Aber das ist diese positive Verrückheit eines Jeff Waters, der genau plant, wo er mit seinen Liedern hin will und was er bei den Fans für Eindrücke erzeugen will. Er überlässt nix dem Zufall. Und irgendwie schafft er es immer wieder.

Annihilator sind eben nicht Exodus oder Overkill, wo es fast nur Roundhousekicks gibt. Jeff spielt mit der Musik und lässt andere Elemente einfließen. Da wird aus einem Thrashriff plötzlich ein sanftes Rockriff. Was aber seine Musik auszeichnet und das ist auf dieser Platte ebenfalls so, dass sind seine brillianten Gitarrensoli. "Narcotic Avenue" ist da ein gutes Beispiel für die genannten Wechsel der Riffs und dem Soli. "The One You Serve" lässt euch zu Beginn dann einen Schauer über den Rücken laufen, weil das Intro so episch und düster wirkt. "Break Enter" ist dann das Annihilator, was man kennt. Einfach Vollgas und und ein Feuerwerk abbrennen. "Death Scent" überrascht mit einem sehr langen instrumentalem Part, der schon etwas psychodelisches ansich hatte. Aber keine Angst, euer Hirn bekommt keine Wäsche verpasst. Und der letzte Song "Every Minute" überzeugt ebenso, zumal man sich mittlerweile an diesen... ja man möchte fast sagen... Schmusegesang von Jeff gewöhnt hat. Er legt viel Gefühl und Technik in seine Stimme. Das ist man im Thrash-Metal weniger gewöhnt.


Fazit:

Gerade diese unerwarten Sachen im Gesang und in den Melodien machen diese Platte zu etwas sehr Besonderem. Wer mit Annihilator noch nie in Berührung kam über die Jahre hat hier einen guten Einstieg. Man darf dann aber nicht allzu überrascht sein, wenn man ältere Werke hört. Es ist ein Wandel passiert in der Musik, das ist klar und er weis in jedem Fall zu bestehen und zu begeistern. Manch einer wird vielleicht sagen, die Platte hat etwas aus Metallica (Death Magnetic) und Megadeth. Dem würde ich sogar ein wenig zustimmen, denn musikalisch als auch manche Gesangparts haben verblüffende Ähnlichkeit. Dennoch ist und bleibt Annihilator einer der Bands, die man gehört und gesehen haben muss. Gibt ja sonst noch nicht so viel, was es aus Kanada nach Europa geschafft hat, nehmen wir mal Anvil und Co. aus dem Spiel. "Suicide Society" ist ein ordentliches Werk, was die Szene lieben wird. Einer davon... bin ich. Kaufempfehlung!!!

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