Review

ALPHA TIGER - Alpha Tiger28.07.2017

ALPHA TIGER - Alpha Tiger

ALPHA TIGER - Alpha Tiger

verfasst von Ben S.

2015 standen die Jungspunde von "Alpha Tiger? - just auf dem aktuellen Hoch ihres Erfolges - ohne Sänger Stephan Dietrich da.  Dass dies für alle Beteiligten zeitlich ziemlich ungünstig kam, muss ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen. Eine junge Band, die gerade anfängt Erfolge zu feiern, sich eine Fanbase aufbaut und Touren plant, könnte das schnell mal aus der Bahn werfen. So musste also dringend ein "Ersatzmann" her und diesen haben "Alpha Tiger" in Benjamin Janio gefunden. Da ich die ersten Alben dieser Kapelle nicht kenne, vermag ich nichts zu einem stimmlichen Vergleich zu äußern, aber Janios Stimme passt recht gut zum Sound der Band.

Der laut PR und Eigenaussage irgendwo zwischen Speed-, Power-, Heavy und New Wave Of British Heavy Metal liegt. Auch von einem Vergleich zu "Iron Maiden" ist immer mal wieder die Rede. Hm ok... dies vermag ich auf ihrem aktuellen und selbstbetitelten Output "Alpha Tiger" irgendwie nicht richtig rauszuhören. Ich muss dafür gleich mal ein wenig aus dem PR Text zitieren: "Eine alte Regel besagt, dass Musiker ihre stärksten Songs immer dann schreiben, wenn sie ohne kommerzielles Kalkül, ohne Marktanalyse oder banges Schielen auf vermeintliche Erwartungen der Öffentlichkeit arbeiten und ausschließlich ihrem innersten künstlerischen Instinkt folgen." ...wenn dem so ist und "Alpha Tiger" mit diesem Album ihr stärkstes Werk bis dato abliefern, muss ich leider sagen, dass es mich doch ein wenig enttäuscht.

Bei mir mag einfach keiner der Songs hängen bleiben und auch sonst lässt mich der Sound doch ziemlich kalt. Das soll nicht heißen, dass das Album oder gar das Songmaterial schlecht sei. Dies trifft ganz sicher nicht zu, aber irgendwie will ich mit dem Sound der Kapelle nicht warm werden. Vielleicht sollte ich einfach mal in die alten Alben hineinhören und die ganzen versprochenen Querschnitte aus benanntem Genre entdecken, sofern sie denn vorhanden sind?! Das Material auf "Alpha Tiger" klingt eher wie ein 70er Jahre Revival. Wer auf Hammond Orgeln steht, wird hier ganz sicher sehr glücklich werden. Weiter wird hervorgehoben, dass die Scheibe komplett analog aufgenommen wurde. Schön und gut, aber die Produktion klingt für mich leider auch ein wenig blass und drucklos. Hätte man an der einen oder anderen Schraube noch ein wenig mehr gezogen, wäre soundtechnisch ganz sicher mehr drin gewesen. So dümpelt der Ton-Teppich ein wenig vor sich hin, ohne besondere Höhen oder Tiefen. Manchmal ist weniger Hipster spielen einfach mehr.

Die Jungs haben ganz sicher und auch verdient ihre Fans. Aber in einer Zeit, in der es so viele ausgezeichnete junge und neue Kapellen gibt, die klassischen Metal spielen als würden wir noch in den guten alten 80er Jahren leben, muss man halt fair bleiben. Einen Vergleich zum Beispiel mit den Kanadiern von "Skull Fist" hält "Alpha Tiger", mit diesem Album, einfach nicht stand. Aber wir müssen gar nicht so weit über unseren eigenen Tellerrand hinausblicken. Ich möchte nur mal deutsche Bands wie "Stallion", "Blizzen" oder "Snakebite" erwähnen, welche alle einen modernen Retro-Sound haben als gäbe es kein Morgen und beweisen, was Eingängigkeit ist.

Wer zugreifen möchte greift zu und Fans überlesen eh meine kleine Kritik. Alle anderen sollten vielleicht erst einmal Probehören.


Tracks:

01. Road To Vega
02. Comatose
03. Fearher In The Wind
04. Singularity
05. Aurora
06. To Wear A Crown
07. Vice
08. Welcome To Devil's Town
09. My Dear Old Friend
10. If The Sun Refused To Shine
11. The Last Encore

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