Review

ADDICTION - ST02.07.2015

ADDICTION - ST

ADDICTION - ST

verfasst von Karla the Fox


Die Griechen stecken tief in der Scheiße. Höchste Zeit also, dass sie nicht nur Oliven und Tzatziki exportieren sondern ebenso ihre Musik auf den Markt rausbringen. Aus dem sonnigen Urlaubsparadis (südlichstes Land Europas) erwartet eigentlich keine Sau solches Zeug wie das was uns neuersdings der Vierer Addiction um die Ohren haut: eiskalten, dreckigen, scharfkantigen Sleaze Rock.

Bevor wir unsere Aufmerksamkeit auf den Wahlkampf lenken und auf die Frage, ob Musik vielleicht verbinden kann was so zerrissen scheint, will ich ein Spiel mit euch spielen: fröhliches Zitateraten mit Vaine. Der Singer und Songwriter im Alleingang der Band kennt sich sehr gut aus in seiner Lieblingsmusik. Darf jeder selbst entscheiden ob er als unkreativ oder genial verstehen will, mir Wurst. Aber hockt euch doch mal hin, Musik abspielen und überlegen, wovon diese Zeile oder dieser Beat inspiriert sein könnte, ich nehme gerne Vorschläge entgegen.

Oft wenn ich selbst was an Land ziehe für dieses Magazin, geht es irgendwie in die musikalische Richtung wie das hier. Daher ist es wenig verwunderlich, dass ich das komplette selbstbetitelte Debutalbum der Südländer von Anfang bis Ende abfeiere. Ich liebe zum Beispiel Vaines ungeschliffene Stimme, mit der er anachronistisch und anarchistisch das aktuelle Musikgeschäft ankratzt. Oder die perfekt eingestellten E-Gitarren die euch in bester Qualität um die Ohren hauen, wofür nicht viel Kohle dagewesen sein kann. Addiction sind ungesignet und haben es trotzdem geschafft, ein Album zu produzieren, das sich nicht nach Wohnzimmer/ Garage/ kleine Clubshow anhört.
Die Lyrics sind das, was man erwartet:  viele echte Emotionen, ein paar Floskeln und Ausdrücke, die aus jedermanns Mund kommen könnten, mit denen sich also jeder identifizieren kann, eine gute Prise Fuck You-Haltung und natürlich gaaaanz viel Sex, Liebe und Rock'n'Roll. (Mit Drogen waren sie überraschend sparsam.)

Fangen wir mal mit meinem unerwarteten Favorit an. Vom Sound ist es eines der schwächeren Stücke, doch "A Night On The Rox" bringt mich Mal um Mal zum Schmunzeln. Mit 'Rox' dürften doch 'rocks', also Felsen gemeint sein. Rox ist aber gleichzeitig der Spitzname vom Schlagzeuger der Band. Ich hoffe für die Band, dass sie nicht alle eine Nacht auf ihm verbringen wollen... (Achtung, Flachwitz!)

"The Waiting" oder "Last Chance" sind meine Empfehlungen für Leute, die auf perfekte Soundqualität stehen. Die Quotenballade trägt bei Addiction den Namen "Do It Your Way" und die gute durchtriebene Laune schenkt euch "Saturday Night". Wie ihr seht ist für jede Stimmung was dabei. Von mir gibt's ganz klar ein 'Nai' (Ja auf Griechisch), und nicht erst am Sonntag sondern schon seit ich das erste Mal ein Geräusch von Vaine, Rizzy, Rox und Nikotinn gehört habe.

Nachricht der Band an ihre Mitwelt: Try hard or die sleazin'!

Alle CD Reviews

Treffer 1 bis 200 von 1033